Umschuldungskredite – aktuell wie nie zuvor

Auch und gerade in Zeiten anhaltend niedriger Zinsen ist es sinnvoll, sich über Anschluss- und Umschuldungskredite für bestehende Verbindlichkeiten intensiv Gedanken zu machen. Unter Umschuldungskrediten versteht man die Tilgung einer Verbindlichkeit durch die Aufnahme eines (weiteren) Kredits. Im Idealfall wird dadurch eine teure, hochverzinsliche Verbindlichkeit durch einen preiswerteren Kredit getilgt.

Die derzeit historisch niedrigen Zinsen bieten weit mehr Potential nach oben, also zu steigenden Zinsen, als nach unten. Was jedoch des einen – nämlich des Sparers – Leid ist des anderen, in diesem Fall des Kreditnehmers Freud.

Zwar bieten nur wenige Banken die Umschuldung eines unbefristeten oder in naher Zukunft auslaufenden Kredits aktiv an, auf Nachfrage des Kreditnehmers dürften sich jedoch wohl nur wenige Banken der Möglichkeit einer weiteren, gegebenenfalls längerfristigen Kundenbindung verwehren.

Vorteile der Umschuldung

Die Vorteile für den Kreditnehmer liegen ebenso offensichtlich auf der Hand. Waren vor wenigen Jahren noch Kreditzinsen um die 5 % pro Jahr die Regel, sind heute für besicherte Darlehen lediglich rund 2 Prozent pro Jahr als Zinsen an die finanzierende Bank zu überweisen. Noch eindrucksvoller ist diese Differenz im Bereich der Konsumentenkredite, also solcher Kredite, die nicht zur Wertschaffung bzw. Wertsteigerung von Immobilien aufgenommen werden.

Hier sind aufgrund der fehlenden bzw. schwer zu taxierenden Sicherheiten, die der Kauf als Pfand darstellt deutlich höhere Zinsen fällig. Je nach Bonität des Schuldners sowie Art des zu finanzierenden Kaufes wurden hier Zinsen von über 10 % pro Jahr fällig. Getoppt wird dieser Wert lediglich noch durch die üblichen Soll- und Überziehungszinssätze, die Banken ihren Kunden berechnen, kommen diese mit ihren Girokonten in den roten Bereich.

Dispokredit umschulden

Wer dauerhaft einen solchen sogenannten Dispositionskredit seiner Bank in Anspruch nimmt, sollte in jedem Fall über die Aufnahme eines Kredits zur Tilgung dieser hochverzinslichen Verbindlichkeiten nachdenken. Verlangen nämlich Banken in der Spitze bis zu 16 % pro Jahr für die Überziehung auf Ihrem Girokonto, schlägt bei Umschuldung durch einen Kredit dieser – je nach Bonität – mit gerade einmal der Hälfte zu Buche.

Wer also im Durschnitt mit 5.000 EUR im „Soll“ war, der musste vor diesem Szenario rund 800 EUR jährlich an seine Bank berappen, nach der Umschuldung bleiben dem Kreditnehmer runde 400 EUR mehr im Portemonnaie. Natürlich kommt nicht jeder Schuldner für die Umschuldung mittels Kredit in Frage.

Umschuldung ohne Kreditwürdigkeit?

Reicht die Bonität eines Kreditnehmers nicht aus, zweifelt also die Bank an der Kreditwürdigkeit des Schuldners, ist der einfache Weg der Umschuldung leider nicht möglich.

Üblicherweise sind Voraussetzungen für die Vergabe eines Kredits durch Banken das Vorhandensein regelmäßiger Einkünfte, die dazu ausreichen, neben den zu erwartenden Kosten für die Lebenshaltung den Kapitaldienst, also Zins- und Tilgungsraten an die Bank, leisten zu können.

Die Bank ist gesetzlich verpflichtet, diesen Umstand im Dialog mit dem Kunden fundiert und detailliert zu prüfen und objektiv zu beurteilen.