Kreditgeber

Die Kreditkultur in Deutschland ist vielfältig und für den Otto-Normalverbraucher ist es nicht leicht, sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Grundsätzlich versteht man unter einem Kredit das Leihen von Geld auf Zeit. In einem vereinbarten Zeitraum muss der Kredit dann, meist mit zusätzlichen Zinsen, vollständig an den Kreditgeber zurückgezahlt werden.

Die häufigsten Kreditformen

Das Kreditangebot ist breit gefächert – die wichtigsten Formen für Privatverbraucher stellen wir in diesem Abschnitt vor.

Bei einem Darlehen handelt es sich um die Überlassung von Geld. In der Regel wird ein Rückzahlungszeitraum und ein Zinssatz festgelegt. Dieser Kredit wird meist von Banken an Privatkunden verliehen – es ist aber auch möglich, dass eine Privatperson einer anderen Privatperson ein Darlehen gewährt. Für diesen Zweck sollte aber zum Wohle beider Parteien unbedingt ein Vertrag aufgesetzt werden.

Von Barkrediten spricht man, wenn ein Kredit auf einem bestehenden Konto eingeräumt wird – ganz klassisch ist damit zum Beispiel der berühmte Dispokredit gemeint. Dieser ermöglicht es dem Verbraucher ohne weitere Formalitäten das Guthaben seiner Kreditkarte zu überziehen. In welchem Rahmen dies geschehen kann, legt die Bank individuell fest. Das überzogene Guthaben muss natürlich zeitnah ausgeglichen werden. Auch für diese Kreditform fallen Zinsen in unterschiedlicher Höhe an.

Für welche Zwecke kann ein Kredit aufgenommen werden?

Grundsätzlich kann ein Kredit für alle möglichen Anschaffungen vergeben werden – so gibt es beispielsweise Baukredite, Bildungskredite, Anschaffungskredite und Vorfinanzierungskredite. Diese Aufzählung stellt jedoch keine erschöpfende Liste dar – grundsätzlich kann zu nahezu jedem Zweck ein Kredit aufgenommen werden, sofern es gelingt die Bank von der Zahlungsfähigkeit zu überzeugen.

Wer kann einen Kredit aufnehmen?

In Deutschland kann jede volljährige Privatperson einen Kredit aufnehmen – das Mindestalter für einen Kredit beträgt folglich 18 Jahre.

Für die Gewährung eines Kredits sind meistens aber andere Faktoren von viel größerer Bedeutung.
Banken gewähren einen Kredit in der Regel nur dann, wenn ein festes Einkommen und/oder andere Sicherheiten (zum Beispiel Immobilien) vorgewiesen werden können.

So versucht die Bank sicherzustellen, dass der Kunde den Kredit auch wirklich zurückzahlen kann. Durch Bonitätsprüfungen ermitteln die Banken ob ein Kunde ein geeigneter Kreditnehmer ist oder nicht.

Eine Ausnahme hiervon bilden in der Regel die Bildungskredite – sie werden auch ohne eigenes Einkommen gewährt.

Können nur Banken Kredite vergeben?

Banken bilden sicherlich die größte Gruppe unter den Kreditgebern. Allerdings müssen Kredite nicht zwingend von einer Bank vergeben werden. Es ist durchaus möglich, dass auch eine Privatperson als Kreditgeber fungiert.

Leiht man sich beispielsweise Geld von den Eltern unter der Absicht, es zurückzuzahlen, so erhält man einen Kredit von den Eltern. Der Vorteil von Krediten im privaten Umfeld liegt darin, dass hier meistens keine Zinsen anfallen – Bankenkredite sind in nahezu allen Fällen verzinst.
Bei größeren Summen sollte auf jeden Fall auch unter Privatpersonen ein Vertragsabschluss stattfinden – dieser schützt beide Seiten.

Vorsicht sollte man bei dubiosen Angeboten walten lassen – so genannte Kredithaie locken mit großen Kreditsummen ohne Bonitätsprüfung. Die Zinsen dieser Angebote sind massiv – das erfährt der Kunde aber erst, wenn es zu spät ist. Von derartigen Kreditgebern ist dringend abzuraten (eine Übersicht findet sich auch hier).