Ballonfinanzierung – kleine Raten, hohe Zinsen!

Bei Ballonkrediten, die auch Schlussratenkredite genannt werden, sieht der Tilgungsplan eine sehr geringe Anzahlung vor. Die normalen Raten fallen ebenfalls sehr klein aus, was durch die extrem große Schlussrate ausgeglichen wird.

Durch diese Tatsache sind die Raten, ähnlich dem Leasing, sehr nieder gehalten. Doch anders als geleaste Objekte, geht die durch einen Ballonkredit gekaufte Ware direkt in den Besitz des Käufers über.

Bedingungen für einen Ballonkredit

Wie bei jeden anderen Kredit prüfen die Kreditgeber als erstes das monatliche Einkommen des potentiellen Schuldners. Hier wird zum Beispiel geprüft, ob bereits Darlehen bestehen, die zeitgleich bezahlt werden müssen. Dabei entscheiden die Kreditinstitute individuell, ab welchem Einkommen sie Kredite vergeben und in welcher Höhe der Kredit genehmigt wird.

Des Weiteren wird eine Schufa-Auskunft angefordert, mit welcher sich der Gläubiger absichert. Dabei ist eine positive Schufa-Eintragung wichtig. Bei einem negativen Eintrag, werden seriöse Geldverleiher keinen Kredit genehmigen.

Vor- und Nachteile für den Schuldner

Der Ballonkredit bietet dem Schuldner einige Vorteile: Unter anderem wird die Rückzahlung erleichtert, da nur ein geringer Geldbetrag angezahlt werden muss und die monatlichen Tilgungen auf geringe Beträge festgelegt werden. Der restliche Betrag kann durch den Verkauf der Ware beglichen werden.

Neben den Vorteilen sind auch zahlreiche Nachteile vorhanden: So kann man bei diesen Krediten leicht den Überblick über seine Finanzen verlieren. Es ist möglich, dass am Ende der Laufzeit das Geld für die Schlussrate nicht vorhanden ist und das Objekt deshalb abgegeben werden muss, obwohl der gekaufte Gegenstand evtl. dringend benötigt wird.

Weiterhin ist es möglich, dass eine Person einen solchen Kredit mit der Absicht aufnimmt, den Restbetrag auf jeden Fall durch die Abtretung der Ware (meistens Auto) zu bezahlen. Doch bei diesem Vorhaben gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die zum Scheitern führen können. So kann es passieren, dass die Ware durch Fremdverschulden beschädigt oder gar zerstört wird, was immer eine Wertminderung nach sich zieht.

Als letztes ist festzustellen, dass diese Art des Kredites aufgrund der langsamen Rückzahlung hoch verzinst und dementsprechend deutlich teurer wird. Damit sichert sich der Gläubiger für den Fall ab, dass der Schuldner das Geld nicht mehr zurückzahlen kann.

Vorteile und Risiken für den Kreditgeber

Der Vorteil für die Kreditunternehmen ist, dass sie durch die niederen Raten, die für jeden zu bedienen sind, eine wesentlich größere Anzahl an Krediten absetzen können. Außerdem können höhere Zinsen verlangt werden, wodurch der Gewinn noch einmal maximiert wird.

Der Nachteil liegt eindeutig in der Tatsache begründet, dass bis zur Restzahlung nur sehr wenig Geld zurückgezahlt wird. Deshalb ist das Risiko der Gläubiger höher, da sie im Ernstfall sehr viel mehr Geld verlieren können. Dadurch wird die Zeit, in denen die Kreditinstitute nicht mit dem Geld arbeiten können, zusätzlich in die Länge gezogen.

Anhand der oben genannten Informationen ist zu erkennen, dass Gläubiger mit den Ballonkrediten genauso viel verdienen können, wie mit jedem anderen Kredit auch. Der Vorteil liegt eindeutig auf der Seite des Kunden, welcher dadurch leichter an Geld kommt.